Lernreise: Altersvorsorge

Kapitel 3:
Adieu Riester, hallo
Altersvorsorge-­Depot

Staatlich gefördert investieren

Lesedauer: 3 Minuten

Artikel

Dein cleverer Start in die Zukunft

Die Bundesregierung krempelt gerade die staatlich geförderte Altersvorsorge komplett um: Ab dem 1. Januar 2027 startet unter anderem das neue Altersvorsorge-­Depot. Es löst die bisherige Riester-Rente ab und soll die Vorteile der staatlichen Förderung mit der Flexibilität und den Renditechancen des Kapitalmarktes verbinden.

Das Prinzip: Du zahlst Geld ein und der Staat legt einen Bonus obendrauf – über Zulagen oder andere Förderungen. Grundsätzlich können fast alle Erwerbstätigen das neue Altersvorsorge-­Depot nutzen. Für Berufseinsteigende, Geringverdienende und Familien kann die staatliche Unterstützung die effektive Rendite richtig boosten. Unter Umständen kannst du auch von Steuervorteilen profitieren

Aber Achtung: Lass dich jetzt nicht zu schnellen Abschlüssen drängen. Prüfe in Ruhe, ob dieses neue Angebot für dich passt.

Inforgrafik zu staatlichen Zulagen

Quelle: Altersvorsorge-Reformgesetz

Die Zulagen konkret

Im neuen Altersvorsorgedepot werden bewährte staatliche Förderungen weitergeführt. Sie können deine Rendite enorm steigern.

Standarddepot oder Garantieprodukt

Das neue Altersvorsorge-­Depot soll dir mehr Flexibilität bieten. Du kannst zwischen verschiedenen Optionen wählen:

  • Das Standarddepot: Ein kapitalmarktorientiertes Produkt, das in der Regel auf kostengünstige ETFs setzt. Mit dem Standard­depot nimmst du an der Entwicklung der Finanzmärkte teil, hast aber keine Garantie auf den Erhalt deines Kapitals.
  • Altersvorsorge-Produkte mit Beitragsgarantie: Diese Option richtet sich an sicherheits­orientierte Menschen. Hierbei handelt es sich in der Regel um Versicherungs­lösungen oder spezielle Vorsorge­produkte, die eine garantierte Rückzahlung eines Teils oder des gesamten eingezahlten Kapitals zum Rentenbeginn versprechen. 

    Je nach Vertrag steht dir zu Beginn der Auszahlungsphase ein bestimmter Teil deiner eingezahlten Beiträge zur Verfügung – bei einer niedrigeren Garantiestufe mindestens 80, bei einer höheren sogar 100 Prozent. Die Garantie­stufen bieten unterschiedliche Rendite­chancen.

Du kannst das Produkt auswählen, das am besten zu deiner persönlichen Risiko­bereitschaft und deinen Rendite­zielen passt.

Wer ist unmittelbar förderberechtigt?

  • Arbeitnehmende und Auszubildende, sofern sie rentenversicherungspflichtig beschäftigt sind
  • Beamte, Richterinnen und Richter und Berufssoldatinnen und Berufssoldaten
  • Personen, die eine Rente beziehen – wegen voller Erwerbsminderung oder Erwerbsunfähigkeit
  • Teilnehmende am Bundesfreiwilligendienst
  • Selbständige Gewerbetreibende
  • bestimmte freiberufliche Personen, sofern sie eine Steuererklärung abgeben
  • Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungs­einrichtungen – etwa bestimmte Ärztinnen und Ärzte, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte oder Architektinnen und Architekten

Der entscheidende Unterschied zur Riester-Rente ist also: Selbständige werden erstmals grundsätzlich unmittelbar förderberechtigt. Das macht das neue System wesentlich breiter.

Dein Weg zur Altersvorsorge: Chancen nutzen

Ein reiner ETF-Sparplan ist sehr flexibel und in der Regel kostengünstig, bietet aber keine staatlichen Zulagen. Das neue Altersvorsorge-Depot verbindet die Vorteile der staatlichen Förderung mit der Flexibilität des Kapitalmarktes und der nachgelagerten Besteuerung.

Was für dich sinnvoller ist, hängt von deiner persönlichen Situation und deinen finanziellen Zielen ab. Bei der Berechnung individueller Beträge hilft dir der Rechner zum Altersvorsorge-Depot.

Der große Umbruch: Was passiert mit alten Verträgen?

„Die Riester-Rente läuft aus“ bedeutet, dass du ab 2027 keine neuen Riester-Verträge mehr abschließen kannst. Alte Riester-Verträge laufen aber ganz normal weiter. Du kannst weiterhin deine Beiträge einzahlen und die Zulagen bekommen. Du kannst aber auch aus deinem Riester-Vertrag in das neue Altersvorsorge-­Depot wechseln.

Im nächsten Kapitel erfährst du, wie du dir mit der Betriebsrente ein weiteres Renten-Standbein aufbauen kannst. Spoiler: Im Idealfall beteiligt sich dein Arbeitgeber daran.

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